Der
Standort Bellen war schon lange vor 1712 der Hauptverteidigungspunkt gegen den
Kanton Schwyz, wobei wir vermuten, dass der Hügel unmittelbar südöstlich der
1712 gebauten Schanz verwendet wurde (siehe Foto 02FA01ev1656.jpg und
00KH24AProjekte.jpg ).
Nach dem ersten Villmergerkrieg 1656 hatten die katholischen Orte wiederholt den
Abbruch der damaligen Schanz gefordert.
Ein Seitenwall der 1712 neu gebauten (und vielleicht 1850 erneuerten?) Schanz
ist noch heute von der Strasse Samstagern-Schindellegi her gut erkennbar.
Diese Strasse war schon seit Jahrhunderten eine Hauptverkehrsader und
Pilgerstrasse nach Einsiedeln. Die Pilger von Horgen und Wädenswil herkommend,
kamen alle hier vorbei, wo sie noch vor der Beichte in Einsiedeln in Versuchung
kommen konnten, am Bellen im berüchtigten Wirtshaus (mit Hirz im Wirtshausschild)
abzusteigen, wo "..etliche Hueren.." ihre Dienste anboten und vielleicht in
Kriegszeiten ihr Geschäftsfeld auf die am Bellen lagernden Truppen anwendeten ?
Den
ältesten Hinweis finden wir erwähnt im "Defensional", 1620, Autor Hans Haller (assistiert
vom damals 22 jährigen Hans Konrad Gyger, dem nachmaligen berühmten Zürcher
Kartographen), wo die Grenzbefestigungen für alle Zürcher Landschaften entworfen
wurden: " In der Herrschaft Wädenswil sind Schanzen anzulegen auf dem Esel
oberhalb Richterswil, auf der Bellen und auf Fellmis beim Hüttersee."
Bezüglich Esel: siehe 03 Sternen Schanz und 25 Stellung Esel.
Der Hinweis auf Bellen und Fellmis (andernorts auch Feldmoos) zeigt, dass der
Bellen nicht als Einzelschanz sondern als Areal zu verstehen ist. (Später werden
lagernde Truppen erwähnt).
In beiden Villmergerkiegen ging dieses Wirtshaus durch die Hand der Schwyzer in
Flammen auf
- vielleicht auch auf Geheiss der dortigen kirchlichen Obrigkeit.